Die Banner der Priesterinnen


Die Lebensbringerinnen:
Die Priesterinnen Athans sind oft die ersten Menschen, die ein neugeborenes Kind erblickt.  Weithin als gut ausgebildete Hebammen bekannt, haben sie sich im Laufe der Zeit ihren Namen verdient. Oft bilden sie junge Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, zu Hebammen und Heilerinnen aus. Zumeist in Dörfern und Siedlungen, in deren Nähe sich kein Tempel Athans befindet.  Zusätzlich sind sie geübt im Umgang mit Kräutern aller Art und kennen allerhand betäubende und anregende Pasten und Gebräue, die sie anbieten.  Sie tragen eine weiße Robe mit einem blauen Pferdekopf auf der Brust, an deren Gürtel sich eine kleine Schale befindet. In dieser zermahlen sie ihre Kräuter oder segnen Wasser, das sie für die Pasten benötigen oder bei Geburten zur Reinigung von Mutter und Kind verwenden. „Ehre das Leben“ ist ihr Leitspruch und sie tun alles, um diesen zu befolgen. Wie ihre entsprechenden Ritter vom blauen Banner tun sie alles, um Leben zu erhalten – egal auf welcher Seite ein Verwundeter oder Kranker einst stand.

„Die Ewige“ Helena ist die Hohepriesterin Athans und trägt ihren Beinamen völlig zurecht. 92 Jahre weilt sie bereits auf dieser Welt und hat in ihrem Leben als Priesterin bereits unzähligen Kindern das Leben geschenkt. Ihre Nachfolgerin steht bereits fest, doch die alte Dame wird nicht müde, zu betonen, dass sie nicht vorhat, ihren Posten aufzugeben.
Die heiligen Verse der Lebensspenderinnen lauten: „Geboren, um Leben zu schenken, sind die Priesterinnen Athans jene, die zu Hilfe eilen, wenn ein Kind geboren oder ein Kranker gepflegt werden muss.  Hebammen und Heilerinnen zugleich, stellen sie sich selbst in den Hintergrund und führen ein reines Leben, stets bereit, das eines anderen zu retten.“


Die Seherinnen:
Wie auch die Ritter der Schicksalsgöttin, haben ihre Priesterinnen meist eine beratende Funktion inne. Ihre silbernen Roben sind mit einem goldenen Adler auf der Brust geschmückt und ihr Gesicht oft mit ebenso goldenen Mustern bemalt. Sie lassen sich nicht vom Gerede der Menschen beeinflussen und verstehen sich darauf, Menschen unauffällig zu lenken.  Sie nehmen ähnliche Aufgaben wahr, wie die Bewahrer, doch meist im kleineren Rahmen.   Als Symbol für ihre Göttin Norma tragen sie eine Sanduhr mit sich, die sie oft nutzen, um in diplomatischen Gesprächen beiden Teilnehmern die gleiche Redezeit zuzugestehen. Ebenso bestimmt das Stundenglas die Zeit, die ein Gläubiger hat, um sein Anliegen an die Herrin der Zeit und des Schicksals vorzutragen.

Die Hohepriesterin der Seherinnen ist „die Stillgeborene“ Kathrin –vor 58 Jahren von Helena der Ewigen höchstselbst – damals noch als einfache Priesterin Athans – ins Leben geholt, wurde sie erst für eine Totgeburt gehalten. Erst nach endlosen bangen Augenblicken und einiger Anstrengung Helenas, begann sie zu atmen. „Es wird sein“ ist der Leitspruch der Seherinnen, den Kathrin seitdem verkörpert. Sie sieht ihr knappes Überleben als Zeichen an, zu etwas Großem bestimmt zu sein, was sie in ihrem Vorhaben, dem hohen Rat anzugehören, stets vorangetrieben hat.
Die heiligen Verse der Seherinnen lauten: „Das Schicksal hält viele Versprechen für jene bereit, die die Augen öffnen. Doch nicht jedes Geheimnis des Lebens wird einem jedem eröffnet. Geschult darin, die mystischen Wirbel des Schicksals zu deuten, haben wir für all jene Rat, die ihn suchen.“


Die Blutgeister:
Schweigsam und unauffällig. So werden die in blutrote Gewänder gehüllten Priesterinnen des Totengottes Xhar meist beschrieben. Oft verbergen die Frauen ihre mit heiligen Symbolen Xhars bemalten Gesichter im Schatten ihrer Kapuzen. Während die Lebensbringerinnen beim Beginn eines neuen Lebens anwesend sind, teilen die Blutgeister die letzten Augenblicke mit Sterbenden und geleiten sie in den Tod. Sie sind ebenso wie die Priesterinnen von Xhars Zwilling darin geschult, Salben, Pasten und Tränke herzustellen, um Schmerzen und Leid zu lindern, damit der Übergang vom Leben in den Tod so angenehm wie möglich vonstatten geht.  Sie behandeln alle gleich und weisen sie auf ihren Leitspruch „Fürchte die Waage“ hin. Immerhin obliegt es Xhar, die Seelen der Toten zu richten und nicht den Priesterinnen.
Sie tragen einen rituellen Dolch, den sie nutzen, um jenen, die ein Anliegen an Xhar haben, das nötige Blut zu entziehen.

Mireska Lysvand ist die Hohepriesterin der Blutgeister. Sie wurde erst vor kurzem in dieses Amt erhoben, was angesichts ihres Alters von erst 19 Jahren auch wenig verwunderlich ist.„Das Jungblut“ wurde von ihrer Vorgängerin persönlich ausgesucht, als nächstes die Priesterinnen Xhars im hohen Rat zu vertreten. Die anfängliche Skepsis der anderen Ratsmitglieder war jedoch schnell verflogen, als ihnen klar wurde, dass diese Wahl keinesfalls leichtfertig getroffen worden war.
Die heiligen Verse der Blutgeister lauten: „Wenn das Leben ein Ende findet, sind wir es, die die Körper der Verblichenen auf die Reise schicken. Unsere Rituale bereiten die Seelen der Ordensbrüder und Schwestern darauf vor, vor die große Waage zu treten und unser Dolch nimmt jenen das Blut, die sich an den Herrn der Fliegen wenden wollen.“